Werkstatt, Montage oder Industrie
Beim Tischlergehalt entscheidet oft weniger der Titel als der Arbeitsplatz. Montagestellen bringen Auslöse, Übernachtungen und längere Arbeitstage. Industriebetriebe im Fahrzeug- oder Kabinenbau haben eigene Vergütungsregeln, in der Tischlerei gilt ein Tarif nur, wenn der Betrieb tarifgebunden ist. Tarifverträge im Tischler- und Schreinerhandwerk schließen regionale Verbände ab, deshalb gibt es keinen bundesweit einheitlichen Tariflohn.
Typische Gehälter für häufige Stellen:
Zeitarbeit bei Tischlern
Ein spürbarer Teil der Tischlerstellen wird über Personaldienstleister ausgeschrieben, oft mit Stundenlohn im Titel. In der Arbeitnehmerüberlassung gilt der Grundsatz gleicher Bezahlung wie im Einsatzbetrieb. Ein Tarifvertrag der Zeitarbeit darf beim Entgelt in den ersten neun Monaten davon abweichen. Frag, bei welchem Kunden du eingesetzt wirst und ob eine Übernahme vorgesehen ist.
Montagepauschalen genau ansehen
Auslöse und Verpflegungspauschalen können einen spürbaren Teil des Einkommens ausmachen. Lass dir erklären, wann sie gezahlt werden, ob sie bei kurzen Einsätzen entfallen und ob die Unterkunft gestellt wird. Frag außerdem, ob die Fahrzeit im Montagefahrzeug als Arbeitszeit gilt und wer fährt. Diese Punkte stehen selten in der Anzeige, verändern aber den Vergleich zwischen zwei Angeboten deutlich.
Fragen für das Angebot
- Wie hoch ist der Stundenlohn und wie viele Stunden sind vertraglich vereinbart?
- Gibt es Urlaubs- und Weihnachtsgeld?
- Wie werden Überstunden auf Montage ausgeglichen?
- Wer trägt Kosten für Werkzeug und Arbeitskleidung?
Lass dir wichtige Zusagen schriftlich geben, besonders bei Montagepauschalen.
Industrie als Alternative
Tischler, die in den Fahrzeug- oder Flugzeuginnenausbau wechseln, arbeiten dort oft in Schichtsystemen und unter den Tarifen der jeweiligen Industrie. Frag bei solchen Stellen gezielt nach der Eingruppierung und nach Zuschlägen, weil sich die Regeln deutlich vom Handwerk unterscheiden können.
Was du vergleichen solltest
- Stundenlohn und bezahlte Wochenstunden, auch bei einer Viertagewoche
- Regeln für Fahrtzeit, Auslöse und Übernachtung auf Montage
- Firmenwagen oder Montagefahrzeug
- Werkzeug, Arbeitskleidung und Schutzausrüstung
- Aufstiegschancen zum Vorarbeiter, Montageleiter oder Meister
Die Untergrenze für alle Beschäftigten ist der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde, ab 2027 14,60 Euro. Mit dem Meistertitel kommen Leitungsaufgaben hinzu. Frag bei solchen Stellen, wie Verantwortung für Kalkulation, Personal und Ausbildung vergütet wird.